Sehr geehrte Damen und Herren.
Aufgrund der ungeheuerlichen Vorkommnisse in Salzburg, die unsere Hauptdienstleistung Krabbelenrichtung betraff, so haben wir uns am 30.04.2018 entschieden, den Verein freiwillig und mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Wenn öffentliche Sozialträger nur mehr damit beschäftigt sind, seit Juli 2017 in 3 Frauenstärke unter ständiger Androhung, "man könne ja auch wegen Gefahr in Verzug" sofort geschloßen werden,einen zur "freiwilligen" Schließung per 31.3.2018 treiben, dann wollen wir mit "Sozialer Vereinsarbeit" nichts mehr zu tun haben. Zumal man auch privat und wirtschaftlich haftend ist.     

Autismus Spektrum Störungen 

Der Begriff „Autismus“ bezeichnet ein unscharf begrenztes Krankheitsbild mit einer breiten Streuung an Schweregraden und unklarer Entität (vgl. ICD-10 sowie DSM IV) jedoch ist es verhaltenstypisch gut beschreibbar. Autistische Störungen (Autismus Spektrum Störungen, ASS) beruhen auf einer angeborenen Entwicklungsstörung des Gehirns, haben also eine biologische Grundlage.

Heute kann davon ausgegangen werden, dass 1% der Menschen autistisch sind, das sind in Österreich etwa 80.000 Menschen, Tendenz steigend. Autismus zählt zu den am stärksten wachsenden Entwicklungsstörungen mit hoher Komorbidität. Es werden häufig Mehrfachdiagnosen nötig oder können vorkommen. Am häufigsten treten Störungen wie Angst- und Panikstörungen, Depression, Ticks, Zwänge, motorische Defizite und Wirbelsäulenverkrümmungen parallel auf.

Der Begriff “Autismus” ist vom griechischen “autos” = “selbst” abgeleitet und ist als Selbstbezogenheit und Ichzentriertheit im Sinne einer Abkapselung von der Umwelt zu verstehen. Dabei werden Formen wie Asperger Syndrom, Kanner Autismus, High-Functioning Autismus und atypischer Autismus voneinander unterschieden.

Nach heutigem Wissensstand sind bei autistischen Menschen bestimmte Verbindungsstrukturen und Vernetzungen zwischen verschiedenen Hirnarealen anders angelegt als bei nicht-autistischen Menschen. Durch diese veränderten Anlagen sind autistische Menschen in charakteristischer Weise „anders“ als üblich entwickelte Menschen. Das klinische Bild wird von folgenden gemeinsamen Merkmalen geprägt:  

  • Eine qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion
  • Eine Beeinträchtigung der verbalen und/oder nonverbalen Kommunikation
  • Das Vorliegen eingeschränkter, repetitiver bzw. stereotyper Aktivitäten, Interessen, Ritualen und Routinen. (vgl. ICD-10, Dilling et al., 2011)

Diese Besonderheiten im Bereich der Wahrnehmungsverarbeitung, des spezifischen Lern- und Lebensstils sowie der oft eingeschränkten Möglichkeit, soziale Beziehungen zu leben, beeinträchtigen den lebenspraktischen Alltag in oft sehr hohem Ausmaß.

Es gibt bis heute weder eine „Heilung“ noch ''die beste'' Therapieform, jedoch hilfreiche Interventionen und Fördermodelle. Diese Betreuungsmodule sind gerade in der Erstphase zeitlich und personell hochintensiv und können bis zu 10-20 Stunden Einzel- und Systemförderung in der Woche nötig machen. Die Maßnahmen haben umso bessere Erfolge, je früher sie eingesetzt werden können. Deshalb kommt der Früherkennung eine entscheidende Rolle zu. Autismus betrifft aber nicht nur Kinder und Jugendliche. Auch immer mehr erwachsene Menschen werden nach langem Leidensweg mit Autismus erstmals diagnostiziert.

Asperger Syndrom

Der Wiener Kinderarzt Hans Asperger veröffentlichte 1944 seine Doktorarbeit zum Thema „autistische Psychopathie“. Er beschrieb Jugendliche, die bei intakter Intelligenz und altersgerechter Sprachentwicklung vor allem im Bereich des Sozialverhaltens schwer beeinträchtigt waren. Nach ihm wurde in Folge das Asperger Syndrom benannt. Das Störungsbild wurde erst zwischen 1990-1994 in die Diagnose-Handbücher ICD und DSM aufgenommen. Auffälligkeiten treten beim Asperger Syndrom etwa vom dritten Lebensjahr an auf, das Durchschnittsalter bei der Diagnose sind acht Jahre. Asperger Patienten sind geistig normal entwickelt, haben mitunter Hochbegabung, Schwierigkeiten in sozialen Situationen, keine oder leichte Verzögerungen der Sprachentwicklung und sind motorisch ungeschickt.

Typische Stärken von Menschen mit dem Asperger-Syndrom sind u.a.:

  • Hohe Konzentrationsfähigkeit
  • Sehr gute Beobachtungsgabe
  • Innovative Lösungsmodelle
  • Hohe Merkfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Analytisches Denken
  • Fotografisches Gedächtnis
  • Ausdauer und Durchhaltevermögen  
  • Detailgenauigkeit

 

Kanner Autismus

Leo Kanner hatte schon vor Asperger eine Abhandlung über autistische Kinder veröffentlicht. Er befasste sich mit stark ausgeprägt autistischen Kindern, mit schweren intellektuellen und sprachlichen Beeinträchtigungen. Große intellektuelle Unterschiede zwischen Betroffenen, häufig Sonderbeschulung, große Schwierigkeiten in sozialen Situationen, verzögerte Sprachentwicklung, und mitunter Mutismus (jedoch keine motorischen Störungen) kennzeichnen diese Art der autistischen Störung. Die Auffälligkeiten zeigen sich meistens schon in den ersten Lebensmonaten, die Diagnose entsteht bis zum dritten Lebensjahr.